Denkmal der Architektur und lebendiges Viertel
(01.06.2007) Zehn der zwölf Grindelhochhäuser sind heute im Bestand von SAGA GWG mit insgesamt 1.855 Wohnungen. Die inzwischen vollständig modernisierten Gebäude wurden zwischen 1950 und 1956 fertig gestellt und bezogen. Wer damals eine der modernen Grindelwohnungen zugeteilt bekam, galt als Glückspilz. Bis heute erfreuen sich die hellen Hochhäuser im Stadtteil Harvestehude großer Beliebtheit. Die Häuser wurden 1999 unter Denkmalschutz gestellt.
Das Jubiläum von Deutschlands erster Hochhaussiedlung ist für SAGA GWG Anlass für einen Festakt am 1. Juni, die Neuauflage eines nicht nur bei Architekten und Stadtplanern hoch geschätzten Buchs mit Filmdokument, die Beauftragung eines Riesen-Grindel-Kunstwerks (bitte beachten Sie dazu die Fotos auf dieser Seite) und ein großes Mieterfest.
Der Festakt “50 Jahre Grindelhochhäuser“ findet statt am Freitag, 1. Juni 2007, ab 11.00 Uhr, im Festzelt auf der Grünfläche hinter dem Bezirksamt Eimsbüttel, Grindelberg 66, 20144 Hamburg. Grußworte sprechen Senator Axel Gedaschko, Präses der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, Dr. Jürgen Mantell, Bezirksamtsleiter Eimsbüttel, und Lutz Basse, Vorstandsvorsitzender von SAGA GWG.
Professor Axel Schildt, Direktor der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, erläuterte den Gästen die Entstehungsgeschichte der Grindelhochhäuser und ihre städtebauliche Bedeutung damals und heute im Interview mit dem Leiter Unternehmenskommunikation, Carl Mario Spitzmüller.
Eingeladen sind auch rund 80 Erstmieter, die seit Mitte der 1950er Jahre in ihren Grindelwohnungen wohnen. Zu einem Fest mit Musik, Spielen und rustikalem Essen auf den Grünflächen hat SAGA GWG alle Mieter ab 17.00 Uhr eingeladen.
Buch
Das Standardwerk zur Entstehung und städtebaulichen Bedeutung der Grindelhochhäuser von Professor Axel Schildt von 1988 ist als Neuauflage pünktlich zum Grindel-Fest erschienen. Das Buch war lange vergriffen. Die Neuauflage und Neubearbeitung des Werks, das nicht nur unter Architekturfreunden hoch geschätzt ist, wurde jetzt durch SAGA GWG ermöglicht. Über den Buchhandel ist „Die Grindelhochhäuser. Eine Sozialgeschichte der ersten deutschen Wohnhochhausanlage Hamburg-Grindelberg 1945 – 1956“, Dölling und Galitz Verlag, für 34,80 Euro zu beziehen. Die Festgäste erhalten je ein Exemplar.
Dem Buch liegt ein vertonter Schwarz-Weiß-Dokumentarfilm von 1956 über den Bau und Bezug der Grindelhäuser (18 Min.) als DVD bei.
Im Anschluss an die Vorträge wird gegen 12.00 Uhr nebenan das Kunstwerk „Transparent Grindelhochhaus“ (13 x 38 Meter) der Künstlerin Sigrid Sandmann durch Fassadenkletterer an der Giebelwand des Hauses Hallerstraße 1 feierlich enthüllt. Das Großtransparent wird drei Monate hängen.
Die Künstlerin Sigrid Sandmann (47) hat zum Grindel einen besonderen Bezug: durch Ihren Blick auf die Wohnanlage als Mieterin in der Hallerstraße 5 und durch ihr Interesse an Lebensgeschichten, den Erinnerungen und Aussagen der langjährigen Bewohner ihres Quartiers. Sigrid Sandmann hat bei ihren Recherchen für das Großtransparent mit Erstmietern gesprochen und deren Erinnerungen an den Einzug damals und die erste Zeit in der eigenen, modernen Neubauwohnung wenige Jahre nach dem verheerenden Krieg als Aussagen zu einer Text-Collage verarbeitet, die nun übergroß an der Giebelwand des Eckhauses Hallerstraße 1 angebracht wurde.
Die ausgebildete Siebdruckerin Sigrid Sandmann arbeitet seit 1996 nach ihrem Studium an der Kunsthochschule Kassel freiberuflich als Künstlerin, Siebdruckerin und Grafik-Designerin in Hamburg. Die Themen Erinnerung, Sprache und Raum sind Ausgangspunkte ihrer überwiegend typografischen Arbeiten.
Modernisierungen für 75 Mio. Euro von SAGA GWG
Die zehn Gebäude wurden in enger Abstimmung mit dem Amt für Denkmalschutz in zehn Jahren bis Anfang 2007 vollständig modernisiert. Rund 75 Mio. Euro investierte SAGA GWG in die Erneuerung von Küchen, Bädern, Fußböden, Elektroanlagen sowie in die Instandsetzung von Fassaden, Hausfluren, Aufzugsanlagen und Außenanlagen.
Hintergrund:
Grindelhochhäuser sind Denkmal der Architektur und lebendiges Viertel
Mit Wohnungsgrößen zwischen 17 und 85 Quadratmetern und einem bemerkenswerten Ausblick über die Stadt bieten die Grindelhäuser auch vor dem Hintergrund von demografischem und gesellschaftlichem Wandel unverändert zeitgemäßen und attraktiven Wohnraum zu angemessenen Preisen in bevorzugter Innenstadtlage.
Die Hochhausanlage geht auf Pläne der britischen Besatzungsmacht zurück, die ihren Offizieren im zerstörten Stadtteil Harvestehude ein komfortables Zuhause schaffen wollten. Für die Konzeption des legendären „Hamburg project“ wurden junge Hamburger Architekten ohne NS-Vergangenheit beauftragt.
Mit ihrer beispielhaft gradlinigen Architektur bilden die Grindelhochhäuser ein beliebtes innerstädtisches Quartier und wirken zusätzlich belebend für den sonst von Altbauten geprägten Stadtteil. Die hellen Klinkerfassaden eingefügt in großzügige Grünanlagen wirken frisch und einladend wie damals beim Einzug unserer ersten Mieter. Mit Stolz und Zuversicht pflegen wir dieses architektonisch wie städtebaulich herausragende Erbe.
In den vergangenen Jahren sind viele junge Menschen in die praktisch geschnittenen Wohnungen in der Nähe des Universitätsviertels gezogen. So zeichnet sich die Bewohnerstruktur heute durch einen sympathischen Mix aus jung und jung geblieben aus.
Unser Dank
Prof. Axel Schildt danken wir für seine hervorragende Arbeit und auch für seine wissenschaftliche Begleitung der Neuauflage der „Grindelhochhäuser“. Unser Dank gilt auch dem Verlag Dölling und Galitz für sein Engagement, und besonders danken wir der Architektenkammer Hamburg e. V. für die Aufnahme dieses Werks in die Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs.
Carl Mario Spitzmüller, Leiter Unternehmenskommunikation,
Tel. (0 40) 4 26 66-91 11
Unsere Aufgabe
SAGA GWG vermietet rund 135.000 Wohnungen und Gewerbeobjekte und leistet mit Zahlungen an den Gesellschafter und Quartiersentwicklungen erhebliche Beiträge zur Stadtqualität und Vermögenssicherung der Freien und Hansestadt Hamburg. Auf Basis eines langfristigen Unternehmenskonzepts verfolgt der städtische Konzern eine nachhaltige, qualitative Wachstumsstrategie zur Sicherung seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zugleich des sozialen Ausgleichs in den Wohnquartieren. Dies führt zu stabilen Nachbarschaften und ist zugleich Voraussetzung für den ökonomischen Erfolg des Unternehmens als Systemvermieter und Bestandshalter. Diese Balance kennzeichnet den Hamburger Weg.