Bericht von SAGA GWG über eine attraktive Region vorgetragen im Expertenforum Sprung über die Elbe
Nachhaltige Quartiersentwicklungen in den Wohngebieten südlich der Elbe und Modernisierungen für 360 Mio. Euro
(16.11.2005) Im Rahmen einer konzernweiten Projektarbeit haben 35 Mitarbeiter von SAGA GWG aus operativen und zentralen Bereichen über ein Jahr den Süden Hamburgs aus wohnungswirtschaftlicher Sicht analysiert, verglichen und Schlüsse für Handlungsoptionen gezogen. Zum ersten Mal wurde der in hohem Maße abwechslungs- und wasserreiche Landstrich südlich von Elbe und Norderelbe als ein Raum begriffen und beschrieben.
Der Werkstattbericht „Hamburgs Süden. Bestandsaufnahme und Ausblick“ über die Stärken einer unterschätzten Region (Broschüre, 80 Seiten) wurde gestern abend im Beisein von Oberbaudirektor Jörn Walter von SAGA GWG veröffentlicht. Den Vortrag dazu hielt Vorstandsmitglied Michael Sachs Im Rahmen der Fachveranstaltung Expertenforum „Sprung über die Elbe“ im Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20. Jörn Walter hat die Veranstaltung geleitet.

Oberbaudirektor Jörn Walter mit dem Bericht von SAGA GWG Vorstandsmitglied Michael Sachs
Zum vorgelegten Bericht sagte der Oberbaudirektor gestern: "Für Hamburgs Stadtentwicklung ist SAGA GWG unverzichtbarer und wesentlicher Partner der Stadt. Das vorgelegte Stadtentwicklungspapier spiegelt praktische Erfahrungen und legt die tatsächlichen und beträchtlichen Entwicklungschancen des Südens dar. Dieser Projektbericht ist ein wichtiger Beitrag für die weitere Arbeit des Expertenforums".
Besondere Stärken
Hamburgs Süden hat besondere Stärken als Wirtschaftsraum und bietet viel Lebensqualität beim Wohnen. Die Region wird unterschätzt, hat aber Chancen, ihr Image zum Positiven hin zu wandeln. Im Zuge der Internationalen Bauausstellung (IBA) und der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA) im Jahr 2013 sind eine Reihe wesentlicher qualitativer Aufwertungen geplant. Dabei lässt sich trefflich anknüpfen an die Planungen und Impulse, die mit Hamburgs Olympia-Bewerbung Teile des Südens neu und zukunftsorientiert in den Fokus genommen haben. Auch das besondere Engagement von SAGA GWG seit vielen Jahren im Sinn einer ganzheitlichen und nachhaltigen Stadtteilentwicklungspolitik ist in dem Bericht dokumentiert; dazu zählen auch Modernisierungen der 21.300 Wohnungen von SAGA GWG im Süden zwischen 1994 und 2004 für rund 360 Mio. Euro.
Das weitläufige Gebiet zwischen der traditionellen Stadt Hamburg im Norden und den Kreisen des nördlichen Niedersachsens wird in dem Bericht als Hamburgs Süden definiert; eine attraktive Region – das ist auch der Eindruck der Bewohner.
Ergebnisse aus dem Bericht „Hamburgs Süden“:
Es folgt eine kleine Auswahl von Ergebnissen in Stichpunkten:
Abwechslungsreiche Lagen: Hamburgs Süden besteht aus unterschiedlichen lokalen Zentren, mal geprägt von traditionell ländlich-dörflichem Leben und mal von urbaner Vielfalt von Lebensstilen. Ortskerne sind umgeben von viel grüner Landschaft und von Wasser. Beliebt sind Parks und Naturschutzgebiete.
Verkehrsanbindung ist sehr gut. Autobahnen, Schnellstraßen und die S-Bahn verbinden direkt mit dem Umland und der Innenstadt im Norden. (S-Bahn: Harburg bis Hauptbahnhof in 13 Minuten).
Industriestandorte und solide Arbeitsplätze:
Airbus (11.300 Arbeitsplätze)
Norddeutsche Affinerie, Kupfer (2.080)
Deutsche Telekom (2.056)
Thyssen Krupp Werften (1.380)
J.J. Sietas Werft (1.100) u. a.
Chancen für Wachstum:
Logistik (Hafen)
Zukunftstechnologien (EADS, Airbus)
Forschung (TU Harburg)
Investitionen: IGA und IBA 2013, BallinStadt, Wohnungsbau und sanierung, z. B. von SAGA GWG mit 360 Mio. Euro.
Platz für Gewerbe und Wohnen zu vergleichsweise günstigen Preisen: Der Süden ist fünfmal dünner besiedelt als der Norden der Stadt.
Natur zur Naherholung: Harburger Berge, Wildpark Schwarze Berge, Meyers Park, Rüschpark, Stadtpark am Außenmühlenteich, und grüne Ecken am Wasser: Heuckenlock und entlang der Elbdeiche.
Gastronomie: umfassendes Angebot, Mangel an hochwertiger Gastronomie besonders in Neuwiedenthal, Veddel, Wilhelmsburg.
Spielplätze: große Vielfalt in den Wohnvierteln.
Gesundheitsdienstleistung: gute, flächendeckende Versorgung.
Schulen: umfassende Abdeckung, aber Qualität schwankend.
Ämter, Behörden: umfassende Abdeckung.
Religiöse Einrichtungen: vielfältig vorhanden
Veranstaltungsräume: Mangel an quartiersnahen Räumen, und wenn vorhanden, dann qualitativ ungenügend
Einzelhandel: Versorgung gegeben, jedoch mit Zentralisierungen, wohnungsnahe Versorgung stellenweise mangelhaft, z. B. im Reiherstiegviertel, Veddel, Finkenwerder. Zuwenig Versorgung mit zu geringer Vielfalt besonders in Neuenfelde, Sandbek und Neugraben
Junge Quartiere mit den meisten Kindern und Jugendlichen. Dazu ein neu ermittelter Vergleichswert: Im Norden sind nur 18,2 % Haushalte mit Kindern, im Süden sind es 24,1 % der Haushalte, in denen Kinder bis 18 Jahre leben. Weiteres Beispiel: 23 % der Wilhelmsburger sind unter 18 Jahre; im Hamburger Schnitt sind 16 % unter 18 Jahre.
Erwartungen an die Stadt
Im Licht der Stärken des Südens, die es zu fördern gilt, formuliert das Wohnungsunternehmen auch Erwartungen an die Partner in der Stadt:
- Bildungseinrichtungen und vernetztes Arbeiten der Schulen fördern
- Bedürfnisse des Wohnstandorts gegenüber den Interessen des Wirtschaftsstandorts stärker berücksichtigen
- Jugend- und Sozialarbeit erhalten und bedarfsgerecht ausweiten zur Stabilisierung von Familienstrukturen
Schließlich kündigt Vorstandsmitglied Michael Sachs fünf Projekte als weiterer Beitrag von SAGA GWG zur Entwicklung des Südens an:
1. Image- und Marketingkampagne „Zurück in die Stadt“, besonders für das südliche Umland, wird entwickelt
2. Großkunden-Management für Belegschaften von Unternehmen als neue Mieter wird gestärkt
3. Förderung der eigenen Gewerberaumvermietung und zur Gastronomieansiedlung durch spezielle Mietkonzepte
4. Kooperation mit der Hamburger Wirtschaftsförderung
5. Attraktive Veranstaltungen gesponsert oder veranstaltet von SAGA GWG
Ausblick
Unsere Wachsende Stadt braucht Räume mit Potenzial für qualitatives Wachstum. Und dieses Potenzial findet sich besonders im Süden: infrastrukturell gut erschlossen, grün mit hohem Freizeitwert und vielen ruhigen Wasserlagen und traditionell offen für Zuwanderer.
Hamburg wird sein Wachstum kaum aus sich selbst heraus organisieren können. Die heutigen Einwohner der Elbmetropole bekommen im Verhältnis zu ihrer hohen Lebenserwartung zu wenige Kinder. Ein Zeichen der Zeit: Metropolen sind zu Single-Hauptstädten geworden. Die demografische Entwicklung sieht für deutsche Großstädte quantitativ eher Stagnation voraus. Deshalb öffnet sich Hamburg besonders für qualifizierte Zuwanderer. Im globalen Wettbewerb um gute Köpfe wird Hamburg seine Stärken ausspielen und tatsächlich wachsen.
Der Unternehmensverbund SAGA GWG engagiert sich seit vielen Jahren im Sinn einer ganzheitlichen und nachhaltigen Stadt- und Stadtteilentwicklungspolitik für die bauliche und soziale Aufwertung von Wohnquartieren in ganz Hamburg. Die vorliegende Projektarbeit dokumentiert die langjährige und strategische Entwicklungsarbeit der Unternehmen im Süden und stets verzahnt mit örtlichen Partnern.
Dazu zählen Konzepte zur Förderung von: Studentenwohnen, Existenzgründungen in Wohngebieten, Seniorenwohnen, quartiersgebundene Sport- und Kulturangebote sowie Mieterbeteiligung bei Wohnumfeldverbesserungen.
Die Broschüre finden Sie zum Download als pdf-Datei links in der Bilderleiste.
Mario Spitzmüller, Leiter Unternehmenskommunikation,
Tel. (0 40) 4 26 66-91 11
Unsere Aufgabe
Der Unternehmensverbund SAGA GWG bewirtschaftet rund 135.000 Wohnungen, davon knapp die Hälfte frei finanziert. Der Gleichordnungskonzern leistet mit Dividendenzahlungen und Quartiersentwicklung im Sinn einer „Stadtrendite“ erhebliche Beiträge zur Haushaltskonsolidierung und zur Stadtqualität der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit dem Unternehmenskonzept „SAGA GWG 2010“ verfolgt der Konzern eine nachhaltige, qualitative Wachstumsstrategie zur Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zum sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren als ökonomische Voraussetzung für den Erfolg des Geschäftsmodells als Bestandshalter