Fremdsprachbetreuer in zehn Wohnanlagen helfen Mietern mit ausländischen Hintergrund
(11.11.2005) Sie sind gut ausgebildete Akademiker, sprechen mehrere Fremdsprachen und möchten in Deutschland arbeiten. Aber sie sind arbeitslos, u. a. weil Zertifikate und Diplome aus ihren Herkunftsländern hier nicht anerkannt werden oder weil Berufspraxis fehlt. Für solche Zuwanderer gibt es jetzt eine wichtige soziale Beschäftigung in den Wohnquartieren von SAGA GWG: die Position „Migranten Coach“.
Seit einigen Wochen sind 20 ausländische Akademiker mit guten Deutschkenntnissen, die darüber hinaus mehrere weitere Sprachen sprechen, als Migranten Coaches in zunächst zehn SAGA-Hausbetreuerlogen mit festen Bürozeiten in Wohngebieten mit hohem Ausländeranteil eingesetzt. Als Dolmetscher und Übersetzer sind sie gerade auch in interkulturellen Fragestellungen erste Ansprechpartner rund ums Wohnen, Zusammenleben und den Kontakt mit Behörden. Parallel dazu werden die Coaches von AQtivus gGmbH qualifiziert und in den ersten Arbeitsmarkt begleitet (als SGB II Beschäftigte). AQtivus ist eine Tochter der Arbeiterwohlfahrt, AWO.
Im Beisein der Presse wird das Projekt heute in der SAGA-Hausbetreuerloge, Jenfelder Straße 224a, Jenfeld, vorgestellt. Vorstandsmitglied Willi Hoppenstedt und Claus Gotha von der Geschäftsführung der AWO LV Hamburg erläutern Ziele und Leistungen der Projekts. Einige Migranten Coaches berichten von ersten Erfahrungen in den Logen.
Basis für das Projekt ist eine Kooperation zwischen SAGA GWG und der gemeinnützigen Arbeitsvermittlungsgesellschaft für Menschen mit migrantem Hintergrund, AQtivus gGmbH. Außerdem ist das SAGA-Tochterunternehmen CHANCE GmbH beteiligt, eine Beschäftigungs- und Berufsqualifizierungsgesellschaft, die 200 Langzeitarbeitslose als Hausbetreuer in 75 Hausbetreuerlogen von SAGA GWG beschäftigt.

Können wir Ihnen helfen? Von links: Erol Altin (Türkei), Michael Ohene (Ghana), Said Hashimi (Afghanistan), Adam Czepulis (Polen) und Assignon Akakpo (Togo) beherrschen gemeinsam mindestens 15 Sprachen.
Als Migranten Coaches in den Hausbetreuerlogen arbeiten u. a.:
• Assignon Akakpo (36) aus Togo ist Jurist mit Abschluss in Hamburg, spricht neben Deutsch und Französisch mehrere afrikanische Dialekte.
• Nina Yudicheva (43) war in ihrer Heimat Russland Bauingenieurin, war dort auch selbständig. Als Kurzgeschichtenautorin veröffentlicht sie inzwischen auch in Deutschland.
• Said Hashimi (38), gebürtiger Afghane, in Russland schloss er sein Studium als Bauingenieur ab. Wegen des Krieges mit seiner Familie auf der Flucht. Dadurch lernte er Sprachen wie Russisch, Englisch, Urdu, Usbekisch.
• Michael Ohene (54) aus Ghana, Diplom der Agrarwirtschaft.
• Galina Graf (44), Betriebswirtin aus Russland.
Das neue Angebot verbessert die berufliche Fortentwicklung und adäquate Vermittlung von Migranten und fördert die Lebensqualität von Mietern mit ausländischem Hintergrund bei SAGA GWG.
AQtivus: Aijsa Winter, Adenauerallee 2, 20097 Hamburg,
Tel. (040) 28 40 72 170
AWO LV Hamburg, Rothenbaumchaussee 44, 20148 Hamburg,
Tel. (040) 41 40 23 0
Mario Spitzmüller, Leiter Unternehmenskommunikation,
Tel. (0 40) 4 26 66-91 11
Unsere Aufgabe
Der Unternehmensverbund SAGA GWG bewirtschaftet rund 135.000 Wohnungen, davon knapp die Hälfte frei finanziert. Der Gleichordnungskonzern leistet mit Dividendenzahlungen und Quartiersentwicklung im Sinn einer „Stadtrendite“ erhebliche Beiträge zur Haushaltskonsolidierung und zur Stadtqualität der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit dem Unternehmenskonzept „SAGA GWG 2010“ verfolgt der Konzern eine nachhaltige, qualitative Wachstumsstrategie zur Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zum sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren als ökonomische Voraussetzung für den Erfolg des Geschäftsmodells als Bestandshalter.