Wohnen in Hamburg
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Senator Dr. Michael Freytag würdigt die Erfolge der Quartiersentwicklung auf der Veddel

(16.07.2004) Wohnen auf der Veddel entwickelt sich bei Studenten vom Geheimtipp zur attraktiven Alternative – vielleicht sogar zu Altona oder Eimsbüttel. Die Veddel liegt zentral am Wasser und ist preisgünstig. Um die Entwicklung der Veddel zu einem attraktiven, jungen und lebendigen Stadtteil zu fördern, hat Stadtentwicklungs-Senator Dr. Michael Freytag heute gemeinsam mit Studentinnen und Studenten eine GWG-Wohnung am Zollhafen besichtigt und das seit Anfang Juli laufende Förderprogramm des Senats für studentisches Wohnen auf der Veddel vorgestellt. Während eines dreistündigen Rundgangs heute im Wohngebiet haben Lutz Basse und Willi Hoppenstedt von der Geschäftsleitung von SAGA GWG dem Senator vor Ort die umfangreichen Modernisierungsmaßnahmen des Unternehmens auf der Veddel sowie Aktivitäten der Quartiersentwicklung und ein spezielles Konzept der GWG zur Gewerbeansiedlung erläutert.


v.l.n.r.:
Senator Dr. Michael Freytag, GWG Geschäftsstellenleiter Holger Rullmann, SAGA GWG Geschäftsleitung Lutz Basse, Willi Hoppenstedt

Der Stadtteil Veddel liegt mitten in Hamburg zwischen Norderelbe und Müggenburger Zollhafen im Süden, umgrenzt von den Elbbrücken im Osten und der S-Bahnlinie im Westen. Mit der S3 fahren die Veddeler in nur zwei Minuten zum Hamburger Hauptbahnhof. Der typische Wohnungsbestand aus dunkelrotem Backstein stammt überwiegend aus den 1920er-Jahren. Mit mehr als 1000 Wohnungen ist die GWG der größte Vermieter und bewirtschaftet mehr als die Hälfte des gesamten Bestands auf der Veddel. Die Durchschnittsmiete bei GWG beträgt 4,94 Euro monatlich pro m².


Baumaßnahmen
Seit den 1980er-Jahren wird der historische Wohnungsbestand der GWG für insgesamt 45 Mio. Euro modernisiert. In diesem Jahr werden diese umfangreichen Arbeiten zur baulichen Aufwertung des Viertels abgeschlossen sein.


GWG-Konzept zur Gewerbeansiedlung
Die GWG unternimmt besondere Anstrengungen, um für die Bewohner auch die Infrastruktur in der Nachbarschaft nachhaltig zu verbessern, also langfristig einen attraktiven Mix von Ladengeschäften zu etablieren. Deshalb fördert die GWG die Ansiedlung von Gewerbetreibenden und Existenzgründern zur Belebung und Bereicherung der Nahversorgung auf der Veddel mit einem besonderen Konzept. Dafür stehen derzeit 10 Gewerbeobjekte der GWG auf der Veddel mit Flächen zwischen 42 m² und 81 m² zur Verfügung. Bei Abschluss eines so geförderten Gewerbe-Mietvertrags gilt für 2 Jahre eine Nettokaltmiete von nur 3,-- Euro pro m². Voraussetzungen sind ein überzeugendes Betreiberkonzept und die Verpflichtung, sich die zwei Jahre durch örtliche Unternehmensberatung „Unternehmer ohne Grenzen“ unterstützen zu lassen. 

Ein Existenzgründer und gleichzeitig geborener Veddeler berichtet während des Rundgangs über sein geplantes Lebensmittelgeschäft an der Veddeler Brückenstraße.

Die SAGA-Tochter ProQuartier als Entwickler des Konzepts und die TU Harburg (Lehrstuhl Prof. Breckner) haben kürzlich gemeinsam den Bedarf an neuen Geschäften auf der Veddel ermittelt. Gebraucht werden: Wäscherei oder Waschsalon, Bäckerei, Geschäft für nicht-türkische Speisen, Café oder Bar, Internetcafé, Schreibwarenladen, Computerzubehör, Copy-Shop, Getränkemarkt, Second-handshop für Kinder- und Jugendkleidung.


Planungswettbewerb der GWG
„Studentisches Leben auf der Veddel“
Für den Umbau der ehemaligen Polizeisporthalle und der Nebengebäude auf der Veddel, Im Innenhof Am Zollhafen 5, zu einem quartiersbezogenen Sport- und Kulturzentrum wird die GWG voraussichtlich im Herbst dieses Jahres den Bauantrag stellen. In die Neugestaltung des historischen Gebäudeensembles aus den 1920er-Jahren werden die Ideen von Architekturstudenten einfließen. Dazu fand ein von der GWG in Kooperation mit der Hochschule für bildende Kunst (HfbK) ausgelobter studentischer Planungswettbewerb statt. Beteiligt waren außerdem die Hochschule für angewandte Wissenschaften (HAW) und die Technische Universität Hamburg-Harburg (TUHH). Die Finanzierung der Baumaßnahmen soll durch Mittel des Hamburger Stadtteilentwicklungsprogramms von 700.000 Euro gefördert werden. Die GWG erwartet, die modernisierte Halle mit Nebengebäuden, die zu Künstlerwohnungen mit Atelierbereichen umgebaut werden könnten, im Herbst 2005 zu eröffnen. Eine Preisträgerin des Wettbewerbs, die Architekturstudentin Ingrid Algren-Wolf, präsentierte ihren Entwurf auf dem heutigen Rundgang. 

ProQuartier und die Quartiersentwicklung Veddel haben ein Betreiberkonzept für die Halle erarbeitet.

Im Rahmen einer öffentlichen Präsentation der Vorschläge am 22. Juni wurden die Sieger von 18 teilnehmenden Studententeams bekannt gegeben und durch Markus Schreiber, Bezirksamtsleiter Hamburg-Mitte, und Michael Sachs, Mitglied der Geschäftsleitung von SAGA GWG, ausgezeichnet.


v.l.n.r.:
Gerhard Reuss, Sandra Taubner, Senator Dr. Michael Freytag


Förderprogramm für studentisches Wohnen
Das Förderprogramm für studentisches Wohnen wird seit dem 01.07.2004 durch den Senat in Zusammenarbeit mit der Hamburgischen Wohnungsbaukreditanstalt (WK), dem Studentenwerk, SAGA GWG, weiteren Vermietern auf der Veddel und den Mietervereinen durchgeführt. Die WK fördert dabei auf Antrag von Vermietern die Mieten von Studenten, die auf die Veddel ziehen. Die Förderung errechnet sich aus der Differenz der geforderten Miete und einer Zahlung des Mieters in Höhe von 178,- Euro für jedes Zimmer mit mehr als 10 m² inklusive Nutzung von Küche, Bad, Flur (ohne Strom). Voraussetzung ist, dass sich die Studenten mit erstem Wohnsitz auf der Veddel anmelden und an einer Hamburger Hochschule immatrikuliert sind. Pro Jahr können bis zu 100.000 Euro an Subventionen an die Vermieter ausgezahlt werden.


Die Wohnung Am Zollhafen
Die heute besichtigte Wohnung der GWG mit Blick auf den Zollhafen ist renoviert mit zwei Zimmern auf 85 m²  und kostet – gefördert durch das Programm für studentisches Wohnens – bei Vermietung an zwei immatrikulierte Studenten 356,- Euro warm pro Monat. Die reguläre Miete würde rund 690,- Euro warm betragen.


Hintergrund zum Stadtteil
Auf der Veddel leben etwa 4.640 Menschen, davon besonders viele Familien im Hamburg-Vergleich (Anteil 30% gegenüber 19% in „Rest-Hamburg“). Entsprechend hoch ist der Anteil junger Menschen – etwa doppelt so hoch wie der Hamburger Durchschnitt. Der Anteil der Ausländer liegt bei knapp 60%, davon die Hälfte türkischer Nationalität.
 
 
Ihr Ansprechpartner:
Mario Spitzmüller, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Tel. 040 – 3 80 10 91 10

SAGA GWG bewirtschaften im Unternehmensverbund rund 135.000 Wohnungen, davon knapp die Hälfte frei finanziert. Der Gleichordnungskonzern leistet mit Dividendenzahlungen und Quartiersentwicklung im Sinn einer „Stadtrendite“ erhebliche Beiträge zur Haushaltskonsolidierung und zur Stadtqualität der Freien und Hansestadt Hamburg. Mit dem Unternehmenskonzept „SAGA GWG 2010“ verfolgt der Verbund eine nachhaltige, qualitative Wachstumsstrategie zur Sicherung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und zum sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren als ökonomische Voraussetzung des Geschäftsmodells eines Bestandshalters.