Wohnen in Hamburg
Druckversion <<  Zurück „Hamburger Baumodell“: Erfolgreiche Zwischenbilanz

Handwerksfirmen, Kammern und SAGA zeigen Effekte am Rohbau

(28.02.03) Die am „Hamburger Baumodell“ beteiligten Handwerksfirmen haben eine positive Zwischenbilanz des Pilotprojektes gezogen. Auf der Baustelle für 16 Reihenhäuser in der Weimarer Straße (Wilhelmsburg) demonstrierten die Unternehmen erste Ergebnisse ihrer neuen Form der Zusammenarbeit, mit der die Baukosten gesenkt und neue Perspektiven für Handwerksbetriebe aufgezeigt werden sollen. Die Besonderheit des Modellprojektes von SAGA, Handwerkskammer und Architektenkammer: Architekten und ausführende Firmen erarbeiten als so genanntes „Bauteam“ bereits die Planung gemeinsam und verwirklichen anschließend das Bauvorhaben als gleichberechtigte Vertragspartner ohne Generalunternehmer. Durch die frühzeitige und enge Kooperation seien zahlreiche besonders günstige technische Lösungen gefunden und Abstimmungsprobleme herkömmlicher Baustellen vermieden worden. Arbeitsschritte, an denen mehrere Gewerke beteiligt sind, wurden von vornherein gemeinsam geplant und teilweise zunächst im Einzelfall erprobt. Beispielsweise beim Einbau der Fenster oder an der komplizierten Schnittstelle zwischen Dachkonstruktion und Mauerwerk konnte auf diese Weise eine reibungslose Ausführung der Arbeiten sichergestellt werden. Durch die enge Zusammenarbeit zwischen Architekten und ausführenden Betrieben in der Entwurfsphase und die dadurch optimierten Abläufe kann das Bauteam im vergleich zu herkömmlichen Verfahren fünf bis zehn Prozent billiger anbieten. Einsparungen konnten auch durch gemeinsamen Materialeinkauf der unterschiedlichen Gewerke erzielt werden. Alle Beteiligten kommunizieren während der gesamten Bauphase ständig über die eigene Internet-Plattform www.bauassistent.de . Die Baukosten des Projektes liegen innerhalb der engen Grenzen für die öffentliche Förderung des sozialen Wohnungsbaus.

Von den bisherigen praktischen Erfahrungen könnten, so die Handwerksfirmen, alle Beteiligten profitieren. Für den Bauherren sei von Vorteil, dass das Bauteam gesamtschuldnerisch für das komplette Bauwerk hafte. So habe jede beteiligte Firma, die sonst als Subunternehmer nur ihre eigene Arbeit verantworten müsse, ein unmittelbares Interesse an guter Abstimmung aller Gewerke und hoher Qualität des Gesamtbauwerks. Für Architekten und Handwerksfirmen macht sich bezahlt, dass sie in der traditionell arbeitsteilig organisierten Bauwirtschaft schon früh das gegenseitige Know-how nutzen und besonders effizient kooperieren könnten. Dem mittelständischen Baugewerbe eröffne das Projekt zudem neue Auftragspotentiale und Profilierungsmöglichkeiten  unabhängig von Generalunternehmern. Nach Fertigstellung im Spätherbst 2003 wollen die SAGA und die Kammern das vom Bundesforschungsministerium begleitete Hamburger Baumodell umfassend auswerten. Die im Rahmen des Projektes entstehenden 16 familienfreundlichen Mietreihenhäuser mit je rund 100 Quadratmeter Wohnfläche in der Weimarer Straße sollen im Oktober 2003 fertig gestellt sein. Insgesamt investiert die SAGA rund 2,2 Millionen Euro. Das Projekt wird auch unter www.bauwerkstatt.net im Internet vorgestellt.