Wohnquartier Weimarer Straße wird für 78 Mio. Euro modernisiert mit Rückbau, Umbau und Neubauten
(4.06.2009) Im Rahmen der Einweihung einer ersten Hinweistafel (Stele) zum IBA-Projekt „Weltquartier“, dem umfangreichen Modernisierungsvorhaben von SAGA GWG im Quartier Weimarer Straße, informiert sich die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Anja Hajduk, gemeinsam mit IBA-Geschäftsführer Uli Hellweg und SAGA GWG Vorstand Willi Hoppenstedt am 4. Juni vor Ort über den Stand der Arbeiten.
Der erste Bauabschnitt mit den Gebäuden Weimarer Straße 106 bis 120 (nur gerade Nummern) sowie Rotenhäuser Straße 69 ist planmäßig in der Phase der Fertigstellung. Die betroffenen Mieter hatten zuvor mit großer Mehrheit den geplanten Gebäudeverbesserungen zugestimmt. Acht weitere Bauabschnitte werden bis zur endgültigen Fertigstellung des „Weltquartiers“ 2013 folgen.
Dazu erklärt Willi Hoppenstedt, Vorstand SAGA GWG: "SAGA GWG setzt mit der baulichen Entwicklung seiner Wohnungen im Weltquartier konsequent die Quartiers- und Stadtteilentwicklung in Wilhelmsburg fort. Die IBA hat mit der Formulierung ihrer Exellenzkriterien für das Weltquartier interessante Anregungen gegeben, die künftig bei weiteren Maßnahmen beachtet werden."
Informationen zum „Weltquartier“ von SAGA GWG:
Im südlichen Reiherstiegviertel im Verlauf der Weimarer Straße wohnen in 812 SAGA GWG Wohnungen rund 1.700 Menschen aus mehr als 30 Herkunftsländern. Überdurchschnittlich hoch ist der Anteil der Haushalte mit Jugendlichen unter 18 Jahren, nämlich 29 Prozent. Zum Vergleich: Anteil der Haushalte mit Jugendlichen unter 18 Jahren bei SAGA GWG 20 Prozent, in ganz Hamburg: 16 Prozent.
Modernisierungen und Erneuerungen bis 2013:
Durchgeführt werden u. a. energetische Verbesserungen und Erneurungen an Fassaden, Fenstern, Dächern, Heizungsanlagen. Außerdem werden Balkone und Wintergärten angesetzt und dadurch die Wohnflächen erweitert. Außerdem werden Grundrisse verändert und Wohnungen zusammengelegt, um größere und familiengerechte Einheiten zu schaffen. Einzelne Gebäude werden abgebrochen, neue Häuser werden gebaut. Die Außenbereiche werden komplett umgestaltet. Insgesamt öffnet sich das Viertel und wird mit neuen Wegenetzen durchlässiger und grüner.
Von den Arbeiten betroffen sind 750 Wohnungen (von 812 insgesamt im Quartier). Davon abgebrochen werden voraussichtlich ein Drittel der Wohnungen. Neu gebaut werden voraussichtlich die gleiche Anzahl, teils auf zusätzlichen Flächen. Bisherige kleine Wohnungen werden zusammengelegt und neue Gebäude geschaffen. Am Ende wird es im Weltquartier nach 2013 in etwa genauso viele Wohnungen geben wie heute – allerdings in top-modernem Zustand, mit mehr Wohnfläche, günstig in der Miete und ausgerichtet auf die Kundenansprüche der kommenden Jahrzehnte.
Die Investitionen werden sich auf circa 78 Mio. Euro belaufen.
Die modernisierten Wohnungen werden bedarfsgerecht unterschiedlich groß sein: von 1 ½ Zimmer ab 40 m² bis zu 4 Zimmer und 90 m².
Hamburgs Durchschnittsmiete laut letztem Mietenspiegel von 2007 (!) beträgt 6,53 Euro netto kalt (ohne Betriebskosten) pro m². Heute liegen die Mieten im Weltquartier im unmodernisierten Bestand durchschnittlich bei 5,12 Euro netto kalt.
Die Miete wird nach den Modernisierungen 5,65 Euro netto kalt pro m² betragen. Diese günstigen Mieten sind öffentlich gefördert. Wohnungen, die im kommenden Jahr in die geförderte Modernisierung genommen werden, werden anschließend mit 5,70 Euro netto kalt vermietet. Durch die energetischen Verbesserungen werden sich die Heizkostenanteile gegenüber heute spürbar um durchschnittlich 40 Cent pro m² verringern – abhängig vom Heizverhalten.
Das bedeutet: Durchschnittlich steigt die Nettokaltmiete um 50 Cent pro m² und gleichzeitig sinken die Heizkosten um 40 Cent pro m²!
Durch die Modernisierungen im Weltquartier wird der Energieverbrauch um rund 30 Prozent gesenkt. Sollten die Energiepreise weiter steigen, wird der Einspareffekt gegenüber heute noch größer. Die CO2-Emissionen werden durch die Modernisierung ebenfalls um rund 30 Prozent oder jährlich 350 Tonnen CO2 gesenkt, wenn mit Gas geheizt wird. Bei Heizversorgung aus dem geplanten Energiebunker würde die CO2 Einsparung noch mal deutlich größer.
Für die Planung der zukunftsorientierten Umgestaltung des Viertels hat ein ungewöhnlich aufwändiger und innovativer Ideenfindungsprozess mit breit angelegter Bewohnerbeteiligung stattgefunden. IBA und SAGA führten 2007 eine "interkulturelle Planungswerkstatt" durch. Bei vielen Aktionen mit den Mietern wurden die Wünsche und Ansprüche an den heutigen Heimatbegriff reflektiert, öffentlich diskutiert und mit Fotowänden und anderen Medien dokumentiert. Damit konnten in der konkreten Projekt- und Gebäudeplanung die Wünsche und Bedürfnisse der ethnisch unterschiedlichen Bewohnergruppen berücksichtigt werden. Somit begründet sich auch der Begriff „Weltquartier“.
Flankierend werden im Rahmen des Schulmodernisierungsprogramms „Hamburg Süd“ von der SAGA GWG Tochter GWG Gewerbe auf der Elbinsel zehn Schulstandorte komplett überarbeitet, modernisiert und teils neu errichtet bis 2012.
Carl Mario Spitzmüller, Leiter Unternehmenskommunikation,
Tel. (0 40) 4 26 66-91 10
SAGA GWG: 10 Jahre wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Ausgleich
Wir vermieten 130.000 Wohnungen und 1.500 Gewerbeobjekte und leisten mit Zahlungen an den Gesellschafter sowie Quartiersentwicklungen erhebliche Beiträge zur Stadtqualität und Vermögenssicherung der Freien und Hansestadt Hamburg. Als städtischer Konzern verfolgen wir eine ausgewogene Wachstumsstrategie für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und zugleich für den sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren. Diese Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung stabilisiert Hamburgs Nachbarschaften und ist Voraussetzung für unseren Erfolg als Vermieter und Bestandshalter.