Wohnen in Hamburg
Druckversion <<  Zurück Bilanz 2008: „Stark in der Krise“

10 Jahre wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Ausgleich

(14.07.2009) Hamburgs großes Wohnungsunternehmen legt heute seinen Geschäftsbericht 2008 mit konsolidiertem Konzernabschluss vor. Das abgelaufene Geschäftsjahr hat SAGA GWG trotz der sich abzeichnender Rezession mit einem deutlich positiven Ergebnis abgeschlossen.

Im Rahmen eines Pressegesprächs präsentieren Vorstand und Geschäftsführung, Lutz Basse (Vorsitzender), Willi Hoppenstedt, Michael Sachs und Dr. Thomas Krebs, die Geschäftsergebnisse. Erläutert wurden ebenfalls die strategischen Positionen von SAGA GWG im Rahmen von Hamburgs Stadtentwicklungspolitik und die Ausrichtung im Wohnungsmarkt sowie insbesondere die Mietenpolitik von SAGA GWG vor dem Hintergrund der erschwerten Wirtschaftslage. 

Die seit 1999 vollzogene organisatorische, räumliche und kapitalseitige Zusammenführung der Unternehmen SAGA und GWG ist in diesem Jahr, dem zehnten Konzernjahr, erfolgreich abgeschlossen. Über diese erfolgreiche Konzernentwicklung und Unternehmensintegration von SAGA GWG wird zusätzlich zum Geschäftsbericht der 10-Jahresbericht „Wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Ausgleich“ vorgelegt.

 

Für das Geschäftsjahr 2008 ergeben sich folgende Kennzahlen, dargestellt mit den Vergleichswerten zum Vorjahr.

 Konzern 2008 2007
 Bilanzsumme Mio. EUR 3.937,5 3.989,3
 Umsatzerlöse Mio. EUR   848,4 814,9
Anlagevermögen Mio. EUR 3.488,1 3.575,0
Eigenkapital Mio. EUR   953,7    947,2
Eigenkapitalquote % 24,2  23,7
Jahresüberschuss (EAT) Mio. EUR 106,5 86,2
Cashflow Mio. EUR       201,7 176,1
EBT Mio. EUR    119,7 96,8
EBIT Mio. EUR   230,9 213,6
EBITDA Mio. EUR 325,3 308,5
Bauinvestitionen Mio. EUR       212,2 211,5
Mitarbeiter Personen (am 31.12.2008) 893 919   
Mietwohnungen 130.474 130.852
davon öffentlich gefördert 46.901 53.250
davon frei finanziert 73.572 69.014
davon frei finanziert mit Preisbindung  10.001  8.588 
Nettokaltmieten    
öffentlich gefördert EUR/m2/Monat 5,02 4,79
frei finanziert EUR/m2/Monat    5,54    5,32  

 

Eigentumswohnungsvertrieb:
Der Verkauf von Wohnungen aus dem Bestand verläuft auf dem angestrebten Niveau. An Mieter und Selbstnutzer wurden 365 Wohnungen und Reihenhäuser veräußert (Vorjahr: 381 Einheiten).

Auszubildende:
SAGA GWG ist bundesweit einer der größten Ausbildungsbetriebe für Immobilienkaufleute. Unter den 893 Mitarbeitern waren am Stichtag (31.12.2008) 45 kaufmännische Auszubildende (Vorjahr 42) sowie vier Auszubildende zum Diplombetriebswirt.

 

Geschäftsmodell für wirtschaftlichen Erfolg und sozialen Ausgleich
Das Geschäftsmodell des Konzerns hat sich in seiner zehn jährigen Entwicklung als stabil und belastbar erwiesen und ist Voraussetzung dafür, dass sich das Unternehmen auch künftig in einem schwieriger werdenden wirtschaftlichen Umfeld verlässlich behaupten wird.

Grundlage des oben anhand der Kennzahlen dargestellten ökonomischen Erfolgs sind die guten Vertriebsergebnisse mit derzeit 99,5 Prozent Vollvermietung und einer ausgeprägten Kundenzufriedenheit mit Zustimmungsraten bis zu 90 Prozent. Diese Leistungen sind wiederum die Folge der ganzheitlichen Stadtentwicklungsarbeit von SAGA GWG mit einer im Branchenvergleich ungewöhnlich hohen Investitionstätigkeit, die zu attraktiven Quartieren mit stabilen Nachbarschaften führt.

 

Mietenpolitik: Wohnen bleibt bezahlbar
Die durchschnittliche Miete für Wohnungen beträgt 2008 im Konzern rund 5,30 Euro pro m2 netto kalt, im öffentlich geförderten Bereich 5,02 Euro pro m2 netto kalt (Vorjahreswert 4,79) und im frei finanzierten Bestand 5,54 Euro pro m2 netto kalt (Vorjahr 5,32).

Die Mieten im ungebundenen Wohnungsbestand liegen an den jeweiligen Mittelwerten des örtlichen Mietenspiegels und sind damit vergleichsweise günstig. Die Mieten im preisgebundenen, öffentlich geförderten Bereich liegen noch darunter. Zum Vergleich liegt der Durchschnittswert aller Mittelwerte des gültigen Hamburger Mietenspiegels (von 2007) bei 6,53 Euro.

Mieterhöhungen, meist als Folge von Modernisierungen, werden mit besonderer Sensibilität und unter Berücksichtigung der standortbezogenen finanziellen Leistungsfähigkeit der Kunden weitergegeben. Mietzuschläge werden teilweise gestaffelt und über Jahre gestreckt erhoben. An Standorten mit sozialen und städtebaulichen Defiziten werden Kappungen vorgenommen und zum Teil sogar auf Mietanteile verzichtet.

In der Regel wird eine Kaltmietenerhöhung zum Teil kompensiert durch Energiekostenereinsparungen in Folge der Modernisierung, so dass Anpassungen der am Ende zu zahlenden Warmmiete moderat ausfallen.

Investitionen in die Wohnungsbestände
Jedes Jahr werden rund 5.000 Wohneinheiten von SAGA GWG modernisiert. Damit werden die Bestände an künftige Anforderungen des Marktes angepasst und zugleich die Gebäudewerte durch technische Verbesserungen und Umgestaltungen langfristig erhalten und als Vermögensposition der Stadt gesichert. Zudem nützen Modernisierungen dem Klimaschutz und lassen Heizkostenanteile pro Wohnung um 40 bis 60 Prozent sinken.

Von den 212,2 Mio. Euro Investitionen, die für 2008 ausgewiesen sind, wurden etwa zwei Drittel für Modernisierungen aufgewendet.

Durch energetische Gebäudemodernisierungen von Fenstern, Türen, Dächern, Kellerdecken, Gebäudesockeln und Fassaden durch Wärmedämmverbundsysteme sowie durch Umrüstung auf energetisch hochwertige Heizanlagen und den Einsatz energiesparender Gebäudetechnik wurde im Gesamtbestand zwischen 1990 und 2008 der Heizenergieverbrauch um mehr als 40 Prozent und die CO2-Emissionen um 41 Prozent gesenkt. Damit wurden die Klimaschutzziele von Kyoto, die Einsparungen von Heizenergie und CO2-Emissionen von 21 Prozent in Deutschland bis zum Jahre 2012 vorsahen, wesentlich übertroffen.

Darüber hinaus ist das Unternehmen an Gebietskonzepten und Pilotprojekten zur Nutzung regenerativer Energien beteiligt. Damit leistet SAGA GWG erhebliche Beiträge zu den Hamburger Klimaschutzzielen auch im Hinblick auf die Zielsetzungen als europäische Klimaschutzstadt „green capital“.

 

Neubautätigkeit
Zwischen 1998 und 2008 baute SAGA GWG 2.690 neue Wohnungen, davon in den vergangenen fünf Jahren 1.300, also im Schnitt 270 pro Jahr.

Gerade fertig gestellt ist das Neubaugebiet Riedsiedlung in Horn mit insgesamt 350 Wohnungen und Reihenhäusern, überwiegend mit Mitteln öffentlicher Förderung.

In konkreter Planung ist bei SAGA GWG der Bau von rund 640 Wohneinheiten, vorbehaltlich der Gremienzustimmungen. Die geplanten neuen Wohnungen verteilen sich auf 15 Neubau-Projekte in den Stadtteilen Wilhelmsburg („Weltquartier“), Bahrenfeld, Dulsberg, Neustadt, St. Pauli, Rahlstedt, Altona-Altstadt, Barmbek-Süd und Langenhorn und werden überwiegend gefördert durch WK, KfW und andere.

 

Ergänzendes Geschäftsfeld im Süden:
Modernisierung, Neubau und Bewirtschaftung von Schulen

Ein Beispiel für den ganzheitlichen Ansatz bei der Quartiersentwicklung von SAGA GWG ist das „Schulprojekt“ in Hamburgs Süden. Im Auftrag der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) investiert, modernisiert, baut und bewirtschaftet das SAGA GWG Tochterunternehmen GWG Gewerbe 32 Schulstandorte für ein vereinbartes Volumen von insgesamt 650 Mio. Euro im Rahmen einer Öffentlich-Öffentlichen Partnerschaft (ÖÖP). Davon gehen etwa 270 Mio. in Baumaßnahmen.

Im laufenden Jahr sind bei GWG Gewerbe schon 17 Schulstandorte im Bau und weitere 6 in konkreter Bauplanung, darunter auch das „Tor zur Welt"-Bildungszentrum in Wilhelmsburg, in Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung IBA. Bei diesem Projekt werden drei bisherige Schulen zu einer Einrichtung zusammengeführt.

Die Investitionen des Programms werden von GWG Gewerbe bis 2012 realisiert. Dafür müssen in den Schulen 570 Gebäude entwickelt werden. 70 Gebäude davon werden abgerissen und durch Neubauten ersetzt.

 

Konzernbildung 2009 abgeschlossen
Die organisatorische und räumliche Zusammenführung von SAGA GWG wurde 1999 im Rahmen eines Gleichordnungskonzerns eingeleitet. Seit 2007 bilden SAGA und GWG auch kapitalseitig einen integrierten Konzern. Voraussetzung dafür waren Anteilskäufe von SAGA an GWG. Zum Stichtag 31.12. 2008 hielt SAGA 37,96 Prozent an GWG.

Bis 2012 wird die Aktiengesellschaft SAGA vereinbarungsgemäß weitere Geschäftsanteile an der GWG erwerben. Die Anteile sollen bis zu 94,9 Prozent aufgestockt werden. Finanziert werden die Anteilskäufe bei unverändert hohen jährlichen Investitionen in den Wohnungsbestand überwiegend aus den laufenden Cashflows heraus.

Im laufenden Jahr werden die bisher getrennten Geschäftsstellennetze von SAGA und GWG in ihren internen Abläufen, in der Personalausstattung und beim Außenauftritt zusammengefasst und vereinheitlicht. Die Trennung nach Unternehmen wird aufgehoben. Bestandsgebiete werden neu zugeschnitten. Die Effizienz und Qualitätssicherung sollen dadurch weiter erhöht und die Wege für Kunden verkürzt werden.

Die erfolgreiche Konzernbildung ist auch das Ergebnis einer Vielzahl von Integrationsprojekten, bei denen Strukturen und Prozesse der Aufbau- und Ablauforganisation in beiden Unternehmen von den Mitarbeitern analysiert, bewertet und schließlich optimiert wurden.

 

Langfristiger Erfolg: 10 Jahre SAGA GWG
Im Verlauf der Konzernentwicklung seit 1999 ist eine positive Entwicklung im Hinblick auf Stabilität und Ertrag zu verzeichnen.

An Haushaltsbeiträgen leistete SAGA GWG in den letzten drei Jahren jeweils 100 Mio. Euro.
Die Eigenkapitalquote stieg auf heute 24,2 Prozent (SAGA GWG, konsolidiert 2008) von 9,1 Prozent (SAGA) und 14,8 (GWG) in 1999.

Die Cashflows steigen von damals 58,8 Mio. Euro (SAGA) und 20,3 Mio. Euro (GWG) auf heute 201,7 Mio. Euro (SAGA GWG, konsolidiert 2008).

Ausstellung über gemeinsame Unternehmensgeschichte
Die lange gemeinsame Historie von SAGA GWG und seiner Vorgängergesellschaften dokumentierte im Juni dieses Jahres eine gut besuchte Ausstellung im Rahmen des Hamburger Architektursommers in der Freien Akademie der Künste. Titel: „Der Hamburger Weg. 90 Jahre sozialer Wohnungsbau und Stadtteilentwicklung“.

SAGA und GWG haben gemeinsame Ursprünge in den 1920er Jahren in den Reformbewegungen des sozialen Wohnungsbaus. Der heutige Konzern schöpft für seine Arbeit aus rund 90 Jahren Erfahrung im Wohnungsbau und Vermietungsgeschäft sowie in der Stadtentwicklung.

 

Zur Förderung von nachbarschaftlichen Strukturen und sozialer Integration in den Wohnquartieren durch soziale, sportliche und kulturellen Projekte und Initiativen, wurde die SAGA GWG Stiftung Nachbarschaft 2007 errichtet. Bislang wurden durch die Stiftung Nachbarschaft 40 Projekte für insgesamt rund 419.000 Euro unterstützt.

 


Der Geschäftsbericht 2008 ist als Download im Internet verfügbar: Geschäftsbericht

 

Carl Mario Spitzmüller, Leiter Unternehmenskommunikation, Tel. (0 40) 4 26 66-91 10

SAGA GWG: Wirtschaftlicher Erfolg und sozialer Ausgleich
Wir vermieten 130.000 Wohnungen und 1.500 Gewerbeobjekte und leisten mit Zahlungen an den Gesellschafter sowie Quartiersentwicklungen erhebliche Beiträge zur Stadtqualität und Vermögenssicherung der Freien und Hansestadt Hamburg. Als städtischer Konzern verfolgen wir eine ausgewogene Wachstumsstrategie für die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und zugleich für den sozialen Ausgleich in den Wohnquartieren. Diese Balance zwischen wirtschaftlichem Erfolg und sozialer Verantwortung stabilisiert Hamburgs Nachbarschaften und ist Voraussetzung für unseren Erfolg als Vermieter und Bestandshalter.